Vorsorgeauftrag – Was ist das?
Mit einem Vorsorgeauftrag kann jede urteilsfähige Person sicherstellen, dass eine Person seines Vertrauens die notwendigen Angelegenheiten für ihn erledigen kann. Dank einem rechtsgültigen Vorsorgeauftrag können sehr oft Massnahmen der KESB (Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde), die meistens mit Kosten und zusätzlichem Aufwand verbunden sind, vermieden werden.
Ein Vorsorgeauftrag eignet sich für ältere, aber auch jüngere Personen. Denn eine Urteilsunfähigkeit kann infolge von Altersschwäche, einer schweren Krankheit aber auch infolge eines Unfalls eintreten. Kümmern Sie sich deshalb rechtzeitig darum, dass ihre privaten Angelegenheiten von ihrer Familie und nicht der KESB wahrgenommen werden.
Der Vorsorgeauftrag umfasst drei Vertretungsbereiche. Sie können für jeden Bereich eine andere Vertretungsperson bestimmen oder eine Person mit allen drei Bereichen beauftragen (vgl. ZGB Art. 360ff).

Personensorge
Die Personensorge betrifft Ihr körperliches, geistiges und seelisches Wohl. Ausserdem ist Ihre Vertretungsperson in diesem Bereich für den Schutz Ihrer Persönlichkeit verantwortlich. Die Personensorge können Sie nur an eine natürliche Person übertragen.
Ihre Vertretungsperson darf nicht nach eigenem Ermessen handeln. Damit sie Ihr Recht auf Selbstbestimmung nicht verletzt, muss sie sich möglichst nah an die Anordnungen des Vorsorgeauftrages halten. Helfen Sie Ihrer Vertrauensperson, indem Sie Ihre Wünsche und Ihre Werte ausführlich und gut verständlich niederschreiben.
Der Bereich Personensorge Ihres Vorsorgeauftrags und die Patientenverfügung befassen sich mit ä Falls Sie für die Patientenverfügung und die Personensorge unterschiedliche Personen einsetzen, sollten Sie klar regeln, wer wofür verantwortlich ist.
Falls Sie für die Patientenverfügung und die Personensorge unterschiedliche Personen einsetzen, sollten Sie klar Regeln, wer wofür verantwortlich ist.

Vermögenssorge
Der Vertretungsperson für den Bereich Vermögenssorge übertragen Sie die Verantwortung für Ihr Vermögen. Die Vertretungsperson muss Ihr Vermögen sachgerecht verwenden: Sie sorgt dafür, dass Ihre Lebenskosten gedeckt und Rechnungen rechtzeitig bezahlt sind. Sie können Ihre Vermögensverwaltung auch an juristische Personen, z.B. Ihrer Bank, übertragen.
In Ihrem Vorsorgeauftrag können Sie konkret bestimmen, wofür Sie Ihr Vermögen verwenden möchten. So können Sie z.B. einen jährlichen Spendenbetrag für eine gemeinnützige Organisation festsetzen.

Vertretung im Rechtsverkehr
Die Vertretung im Rechtsverkehr können Sie an natürliche oder juristische Personen übertragen. Sie ermächtigen damit den Vertreter, Sie gegenüber Banken, Behörden, Geschäftspartnern, der Familie etc. rechtlich zu vertreten.
Mit der generellen Vertretung im Rechtsverkehr übertragen Sie Ihrer Vertretungsperson alle alltäglichen Vermögens- und Finanzaufgaben. Aussergewöhnliche Vertretungen, beispielsweise für einen Hausverkauf oder für Grundbucheinträge, sind damit nicht abgedeckt. Möchten Sie, dass Ihre Vertretung auch solche Rechtsgeschäfte übernehmen kann? Dann schreiben Sie dies ausdrücklich in Ihrem Vorsorgeauftrag.
Allgemein gilt: Je konkreter und ausführlicher Sie Ihren Vorsorgeauftrag verfassen, umso besser sind Sie abgesichert.

Abgrenzung zur Vollmacht
Ein Vorsorgeauftrag tritt erst dann in Kraft, wenn die unterzeichnende Person nicht mehr urteilsfähig ist. Eine Vollmacht tritt aber bereits mit ihrer Erstellung in Kraft. Aber gerade wenn eine Person urteilsunfähig geworden ist, akzeptieren z.B. Banken solche Vollmachten nicht mehr, wenn diese erst nach Eintreten der Urteilsunfähigkeit erstellt worden ist. Aus diesem Grund sollten sie unbedingt rechtzeitig einen Vorsorgeauftrag erstellen.

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